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Ab ins Glas!

Selbstgemachte Köstlichkeiten zum Genießen
Frische Sommerfrüchte aus der Region haben jetzt Saison. Erdbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Kirschen oder Frühzwetschen lassen sich im Handumdrehen in aromatische Konfitüren und Gelees verwandeln. Die süß-säuerlichen Fruchtaufstriche sind eine köstliche Bereicherung fürs Frühstück.

So lecker wie früher
Schon Henriette Davidis (1801-1876), die als bekannteste Kochbuchautorin Deutschlands gilt und auch im Bergischen Land als Hauswirtschaftslehrerin wirkte, gibt in ihrem „Praktischen Kochbuch. Zuverlässige und selbstgeprüfte Recepte der gewöhnlichen und feineren Küche“ (1845) ihren Lesern eine detaillierte Anleitung zum Haltbarmachen von Obst. Eine Rezeptur von Henriette Davidis, die auch noch heute schmeckt, habe ich für Euch ausprobiert.

Stachelbeermarmelade nach Henriette Davidis

Zutaten für 4-5 Gläser

500 g vollreife rote Stachelbeeren
250 g Zucker
100 ml Wasser
1 Messerspitze Zimt oder
etwas Abrieb von einer Bio-Zitrone

Zubereitung

Die Stachelbeeren waschen, die Stiele und Blütenansätze entfernen. Die Früchte mit dem Wasser etwas weichkochen lassen. Nach Belieben durch eine Passiermühle geben. Dann den Zucker, den Zimt oder den Zitronenabrieb zu der Masse dazugeben. Die Masse langsam erhitzen und kochen lassen, bis sie geliert. Gelierprobe machen und in vorbereitete Gläser abfüllen.

Erfrischend und Frucht pur
Für feine Gelees und Konfitüren eignen sich saure Früchte besonders gut, denn sie geben – mit Zucker aufgekocht – ein feines Frucht-Aroma mit ausgewogenem Süß-Säureanteil frei. Schmackhafte Kombination stellen auch rote Zwei-, Drei- oder Vier-Frucht-Konfitüren aus Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeern und Stachelbeeren dar. Die hier genannten Basic-Rezepte lassen sich entsprechend abwandeln. Gelungene und schmackhafte Kombinationen aus meiner Konfitürenküche sind Erdbeere mit roter Johannisbeere  und rote Stachelbeere mit roter Johannisbeere (Verhältnis 25 % Erdbeeren oder rote Stachelbeeren, 25 % Johannisbeeren, 50 % Gelierzucker 2:1). Wer die Kerne der Früchte nicht so gerne mag, der kann die Früchte (komplett oder teilweise) einfach mit wenig Wasser garkochen und durch ein Sieb passieren. Das Fruchtmark eignet sich bestens für einen aromatischen Fruchtaufstrich oder ein köstliches Gelee. Frucht pur!

Johannisbeergelee

Zutaten für 4-5 Gläser

1 kg schwarze oder rote Johannisbeeren
600-700 g Zucker
Saft von 1 Zitrone
100 ml Wasser

Zubereitung
Die Johannisbeeren vorsichtig waschen und die Beeren mit einer Gabel von den Rispen trennen. Die Beeren in einem Kochtopf mit 100 ml Wasser kochen, bis die Fruchtschalen aufplatzen. Die Masse durch ein Sieb streichen. Den Fruchtnektar abmessen und mit der gleichen Menge Zucker aufkochen. Solange köcheln lassen, bis die Masse geliert. Nach der Gelierprobe das Gelee mithilfe eines Trichters in vorbereitete Schraubgläser füllen.

Tipp
Schwarzes Johannisbeergelee lässt sich prima mit einer Messerspitze Ceylon-Zimt abrunden, rotes Johannisbeergelee mit dem Mark einer ausgekratzten Vanilleschote.

Weitere Lektüre

Für das Kundenmagazin „informiert!“ der Bergischen Krankenkasse (2/2014, Seite 10 im .pdf) habe ich im Rahmen einer Konfitürenwerkstatt für Einsteiger Schritt für Schritt erklärt, wie man Konfitüren kocht und was die Unterschiede zwischen Konfitüren, Marmeladen und Gelees sind und welcher Gelierzucker sich eignet. Auch für das Magazin „LandGenuss“ (5/2011) und das Sonderheft „Obstzeit“ (Sommer 2013) habe ich in einer Home-Story das Konfitüren-Einkochen demonstriert. Bei Umweltämtern, Familienbildungsstätten, Volkshochschulen und privaten Kochschulen biete ich seit 2005 entsprechende Sommer-Kurse mit frischen Früchten aus der Region an.

 

Veröffentlicht von

redis

Ich schreibe und fotografiere zu genussvollen Themen. Von der Foto-Reportage über Rezept-Strecken bis hin zum Kochbuch. Als Food-Journalistin setze ich Kulinarisches in Szene - in Wort und Bild.