Küchenklassiker – Das erste Backbuch in der Reihe

Bergisch backen zwischen Wupper und Sieg

In diesem Herbst erscheint im Wartberg Verlag mein zehnter Küchenklassiker-Band. Der Titel „Bergische Küchenklassiker – Von Pfannenwatz bis Butterplatz“ machte 2014 der Auftakt zu dieser bekannten Reihe. Der Band ist zwischenzeitlich bereits in der zweiten Auflage erschienen und wird nun ergänzt durch ein Backbuch für die Region.

Worum geht’s in diesem neuen Backbuch?

Backen kann mehr als nur ein Hobby sein. Denn die Lust zum Backen führt zwangsläufig in die Kulturgeschichte einer Region, die sich auch in den typischen Brotsorten, Kuchen und Gebäcken widerspiegelt. In diesem Küchenklassiker finden Leserinnen und Leser bergische Backwaren mit langer Tradition, die man bis heute in Privathaushalten und in handwerklichen Bäckereien, Konditoreien und Cafés findet.

Kapitel für Kapitel lernen Interessierte in „Bergische Küchenklassiker – Das Backbuch“ mehr über die Geschichte der einzelnen Gebäcke kennen und erfahren, welche Zutaten im Bergischen Land zu Hause sind. Und vielleicht gipfelt bei Backfans die Leidenschaft für die Region anschließend in einer Bergischen Kaffeetafel, die schon seit über 200 Jahren das Symbol für Genuss und Gastfreundschaft ist.

Liebenswerte Traditionen, Legenden und kulinarische Rituale

Eiserkuchen – die knusprigen Waffelröllchen sind ein beliebtes Gebäck zum Neuen Jahr.

Nicht nur der Brauch mit der bauchigen Kranenkanne aus Zinn, sondern auch viele andere liebenswerte Traditionen, Legenden und kulinarische Rituale haben sich in der hügeligen Landschaft zwischen Wupper und Sieg etabliert:

Vier- bis fünfmal geschlungene Brezeln, die von einem französischen Soldaten stammen sollen, krosse Guss-Zwiebäcke, die mehr als nur eine vermeintliche Diätspeise sind, Korinthen-Weißbrot mit Milchreis-Belag, bergische Berliner namens „Ballebäuschen“, ein Schleifer-Sandwich mit dem Namen „Kottenbutter“ und – last but not least – die typischen Herzchenwaffel mit einem Klecks Kirschen und Sahne.

Rezepte aus der Bergischen Backstube und mehr

Hafe
Haferwaffeln mit Apfelmus –
ein ur-bergisches Rezept

In diesem Backbuch warten neben rund 60 Rezepten aus fünf Rubriken (Waffeln und Schmalzgebäck für die Bergische Kaffeetafel, Brot, Kuchen und Torten aus Omas Backstube, Brauchtums- und Symbolgebäck zu Feiertagen, feine Plätzchen mit Tradition) auch ein „Who ist Who“ der bergischen Backstube mit typischen Begriffen von Appeltaat bis Zwieback und ein kleines ABC der Teigarten.

Zum Teil sind die Bilder in diesem Band in Bergischen Museen (Heimatmuseen in Altenwindeck und in Eckenhagen sowie dem Schleifermuseum Schleiferei Wipperkotten in Solingen) sowie in der Bäckerei Hösterey in Wuppertal und auf dem Archehof Windeck entstanden, wo heute noch regelmäßig im Hofbackes Brot und bergischer Plattenkuchen gebacken wird.

Worauf eigentlich noch warten? Frei nach dem Motto „Selbstgemacht schmeckt’s noch mal so gut“ – an die Backschüsseln, fertig, los!

Dies ist ein Auszug aus meinem Band Bergische Küchenklassiker – Das Backbuch, der am 15. Oktober 2020 im Wartberg Verlag erscheint. Als kleinen Vorgeschmack serviere ich „Haferwaffeln mit Apfelmus“.

Rezept

Einfache Haferwaffeln mit Apfelmus

Hafer und Buchweizen waren in früheren Zeiten beliebte Getreide, aus denen man gut flache Küchlein wie Pfannkuchen oder Waffeln herstellen konnte. Auch auf kargen Böden gediehen diese genügsamen und schmackhaften Getreidearten.

Zutaten für 8-10 Stück

125 g Butter

1-2 EL Zucker

3 Eier

1 Päckchen Vanillezucker

250 g Hafermehl

1 TL Backpulver

150 ml Milch

1 Prise Salz

Fett für das Waffeleisen

Für das Apfelmus (am Vortag bereiten)

1 kg Streuobst

125 ml Wasser

Saft von ½ Zitrone

1 Päckchen Vanillezucker oder etwas Zimt

Zucker nach Geschmack

Zubereitung

Eier, Butter, Zucker und Vanillezucker mit dem Handmixer schaumig schlagen. Mehl, Backpulver und Milch sukzessive unterrühren. Den Teig eine halbe Stunde ruhen lassen. In der Zwischenzeit das Waffeleisen erhitzen und leicht einfetten.

Für das Apfelmus die Äpfel waschen, schälen, vierteln und entkernen. In einem großen Topf mit Wasser und Zitronensaft weichkochen lassen. Die Äpfel dann mit einem Pürierstab oder Stampfer zermusen. Mit Vanillezucker, Zimt und Zucker abschmecken.

Tipp

Den Waffelteig können Sie auch als Pfannkuchen ausbacken. Lecker!

Gut zu wissen

Die Waffeltradition geht zurück auf die Hostienbäckerei in den Klöstern und stammt ursprünglich aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Von dort aus verbreitete sie sich in ganz Europa. In früheren Zeiten nutze man zum Einfetten des Waffeleisens im Übrigen eine Speckschwarte. Das ist praktisch, denn sie kleckert beim Einreiben der Oberfläche nicht.