Kulinarische Frühlingsboten

Verrückt nach Bärlauch und Rhabarber

Ab März freuen wir uns auf Bärlauch und Rhabarber! Beide Frühlingsgemüse laden nach der langen Winter- und Kohlzeit sowohl zum Kochen als auch zum Backen ein.

Bärlauch – der Knoblauch des Waldes

Wenn die ersten Blättchen des Bärlauchs Ende Februar an die Oberfläche sprießen, riecht es im Wald knoblauchartig. Der Name Bärlauch fußt auf einem alten Mythos. Bärlauch sei das erste Kraut, das der Bär nach dem Winterschlaf im Wald findet und zur Stärkung zu sich nimmt.

Und tatsächlich enthält Bärlauch neben schwefelhaltigen ätherischen Ölen und scharfen Senfölgykosiden auch jede Menge Vitamine und Mineralstoffe, die das Immunsystem und den Stoffwechsel nach der Winterperiode wieder auf Touren bringen. Allem voran Vitamin C und Vitamin B6!

Roh und gekocht ein Genuss

Wer selber sammelt, sollte auf giftige Doppelgänger achten. Leicht zu verwechseln ist der Bärlauch mit Herbstzeitlosen, deren Blätter sich erst im Frühjahr zeigen, oder Maiglöckchen.

Bärlauch lässt sich in der Küche sowohl roh als Kraut zum Aromatisieren von Speisen als auch gekochtes Gemüse verwenden. Besonders zu Quark, Eiern, Kartoffeln, Nudeln oder auch als Pesto und Quiche schmeckt „Allium ursinum“ vorzüglich. Und dabei hinterlässt es keine Knoblauch-Fahne beim Genießer.

Rhabarber – Neues von der Stange

Genau wie Bärlauch ist Rhabarber wegen seines hohen Vitamin C- und Mineralstofff-Gehalts im Frühjahr willkommen.

Botanisch zählen die Stangen des Knöterichgewächses zum Gemüse, auch wenn Rhabarber hierzulande lange Zeit überwiegend für Süßspeisen verwendet wurde. Der säuerlich-fruchtige Geschmack lädt allerdings auch zum Ausprobieren neuer herzhafter Kompositionen ein. So wurde das Fruchtgemüse immer schon in asiatischen Ländern süß-säuerlichen Currys oder Chutneys beigemischt.

Ein bekanntes koreanisches Gericht, das gerne mit Rhabarber-Stückchen ergänzt wird, ist „Bibimbap“ („umgerührter Reis“) – ein Reste-Essen mit Rindfleisch oder Tofu, gebratenem Ei, Reis und Rhabarber.

Oxalsäure bestimmt den Geschmack

Besonders mit den frühen Rhabarber-Sorten, die aufgrund ihres hohen Oxalsäuregehalts eher grünlich und herbsauer sind, lassen sich gut Fleisch-Speisen, Gemüsepfannen und Co. abschmecken. Die rosaroten milden Sorten, allen voran „Holsteiner Blut“ oder „Canada Red“, die ab Mai auf dem Markt sind, eignen sich wegen ihrer tollen Farbe besonders gut für Sirup und Getränke. Roh sollte Rhabarber wegen seines Oxalsäuregehalts allerdings lieber nicht oder nur in kleinen Mengen genossen werden.

Saisongemüse bis Johannistag

Immerwährende Rhabarber-Klassiker sind der Rhabarber-Crumble, der Rhabarber-Kuchen mit Baiser-Haube und das Rhabarber-Kompott für den Vorrat. Besonders im heißen Sommer, wenn die Rhabarber-Zeit mit Johanni am 24. Juni endet, freut man sich über eine erfrischende Rhabarber-Schorle aus dem Einmachregal oder auf ein säuerliches Kompott zu Grießbrei, zu Vanille-Eis, zu Waffeln oder Pfannkuchen.

Hier sind einige Rezept-Ideen …

Bärlauch-Pesto

Zu Nudeln, zu Brot, zu Fleisch, als Suppentopping … ein vielseitiger Genuss ist die Paste aus Bärlauch, Nüssen, Olivenöl und Parmesan. Für den Saison-Vorrat ein Muss!

Zutaten für 2-3 Schraubgläser

ein großer Bund Bärlauch (frisch)

125 g Walnusskerne, alternativ Pinien-, oder Sonnenblumenkerne

125 g geriebener Hartkäse, 1 Knoblauchzehe

250 ml Olivenöl, Pfeffer, Salz, Zucker

 

Zubereitung

Die Walnusskerne mit heißem Wasser überbrühen und nach rund 10 Minuten die Schalen mit den Fingern abstreifen. Die trockengetupften Walnusskerne in einer Pfanne goldgelb rösten. In einem Mörser zerstoßen. Hartkäse reiben, Bärlauch und Knoblauchzehe fein hacken. Die Zutaten ohne den Käse in einen hohen Becher geben, Öl zugeben und nach Belieben noch einmal pürieren. Käse zum Schluss unterheben, mit den Gewürzen abschmecken und in Gläser füllen. Das Pesto hält im Kühlschrank 2-3 Wochen frisch.

Mit Steinofenbrot und Radieschen servieren.

Bärlauch-Quiche mit Quark 

Diese Quiche ist im Handumdrehen gemacht, da man keinen Boden bereiten muss und sie einfach durch etwas Grieß stabil wird.

Zutaten für 1 Tarteform (26 cm)

1 kleiner Bund Bärlauch

250 g Quark, 6 Eier

5 EL Grieß

Salz, Pfeffer, Muskat

1 Zwiebel oder ½ Stange Lauch

60 g getrocknete Tomaten

200 g Feta

Fett und Grieß für die Backform

Zubereitung

Bärlauch waschen, trockenschütteln und klein schneiden.

Quark, Eier und Grieß zusammenrühren, mit den Gewürzen abschmecken. Den klein geschnittenen Bärlauch unterheben.

Die getrockneten Tomaten kurz mit heißem Wasser überbrühen und etwas ziehen lassen. Wenn sie weich sind, ebenfalls gut abtropfen lassen und in Stücke schneiden. Den Feta in Stücke brechen. Beides unter den Quicheteig heben.

Den Teig in eine gefettete und mit Grieß ausgestreute Tarteform füllen und bei 160 Grad Umluft rund 30 Minuten backen lassen.

Tipp

Falls kein Feta im Hause ist, kann man auch etwas geriebenem Edamer oder Parmesan zum Würzen der Quiche verwenden.

Rhabarber-Chutney mit Schalotten

Für dieses Chutney trifft das säuerliche Gemüse der grünen Stangen auf feine Schalotten. Mit einem Apfel abgerundet, wird der Gemüseaufstrich zum Highlight für Grill-Steak oder Käseplatte.

Zutaten für 5 Gläser à 220 ml

600 g grüner Rhabarber

200 g Schalotten (ca. 8 Stück)

1 mittelgroßer Apfel

250 ml Apfelsaft, 100 ml milder Balsamessig, 200 g Zucker

Salz, Pfeffer, 6 zerstoßene Pimentkörner, 1 Lorbeerblatt, 1 Prise Zimt

Zubereitung

Den Rhabarber putzen, die harten Fasern abziehen und auf etwa einen Zentimeter große Stücke schneiden. Die Schalotten schälen und fein hacken. Den Apfel ebenfalls schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Alle Zutaten in einen großen Topf geben und unter Rühren circa 40 Minuten einköcheln lassen. Nach Bedarf zwischendurch noch etwas Wasser oder weiteren Apfelsaft angießen, damit das Chutney nicht anbrennt. Sobald das Chutney nach der Kochzeit die gewünschte Konsistenz hat, kann es heiß in Gläser abgefüllt und fest verschlossen werden. Das Lorbeerblatt zuvor entfernen.

Tipp

Besonders lecker: Probiert das Chutney auch mal mittags zu Bratwurst mit Kartoffelstampf.

Rhabarbertarte mit Pinien-Baiserhaube

Rhabarber trifft auf Baiser und geröstete Pinienkerne – ein Träumchen!

Zutaten für eine Tarteform (30 x 20 cm oder 26 cm Durchmesser) mit Hebe-Boden

Für den Mürbeteig

250 g Weizen- oder Dinkelmehl

125 g Butter, 65 g Zucker

1 Eigelb Größe M

Fett für die Backform

Für die Rhabarberauflage

750 g Rhabarber

1 Puddingpulver Sahne-Geschmack

Saft und Abrieb von einer Bio-Zitrone

Zucker nach Geschmack

1 Eigelb Größe M

Zutaten für den Baiser

2 Eiweiß Größe M, 1 Prise Salz

90 g Zucker, 1 gestrichener TL Speisestärke

30 g leicht geröstete und gehackte Pinienkerne

Zubereitung

Die Zutaten für den Mürbeteig verkneten und kurz ruhen lassen, ausrollen und in die gefettete Tarteform einpassen.

Für die Rhabarberauflage den Rhabarber putzen und in langen Stücken, die der Länge nach in die Tarteform passen, belassen. Die Stangen mit 300 ml Wasser, dem Saft und Abrieb einer Zitrone sowie ausreichend Zucker in einer großen Pfanne dünsten und über Nacht durchziehen lassen.

Den Sirup am kommenden Tag auffangen und die Stangen abtropfen lassen.

Die Rhabarberstangen gleichmäßig auf den Teigboden in der Tarteform geben.

Den Backofen auf 160 Grad Umluft vorheizen.

Aus dem Sirup plus ggf. etwas weiterem Wasser und Zucker (400 ml) und dem Puddingpulver eine puddingartige Masse kochen. Diese abermals mit Zucker abschmecken, das Eigelb unterrühren und noch heiß über die Rhabarberstangen geben.

Die Tarte bei der angegebenen Temperatur für circa 40 Minuten backen und abkühlen lassen. Die Tarte aus der Form heben, aber den Boden der Form unter der Tarte belassen.

Für den Baiser das Eiweiß mit dem Zucker, einer Prise Salz und der Speisestärke aufschlagen, bis sich eine cremige Masse bildet.

Diese auf der Tarte gleichmäßig auftragen, die gerösteten und gehackten Pinienkerne aufstreuen.

Die Tarte mit dem Baiser unter dem Oberhitzegrill des Backofens bei 220 Grad für wenige Minuten überbacken. Die Tarte dabei im Auge behalten. Der Baiser sollte nur leicht bräunen.

Die Tarte sollte möglichst am Backtag verzehrt werden, da sie schnell Saft zieht.

Tipp

Wer keinen Baiser mag, kann auch 300 ml gezuckerte Sahne steif schlagen und auf der Tarte auftragen. Mit Pinienkernen dekorieren.

Behind the scenes … 

Und so sieht es aus, wenn der Oberhitzegrill die gehackten Pinienkerne nochmals zum Rösten bringt.

Der Mai ist gekommen

Genussvolles für den Wonnemonat

Der Mai ist gekommen und mit ihm neue Aromen, die nur von kurzer Dauer sind und daher unbedingt ausgekostet werden sollten!

Waldmeister, Holunderblüten, Erdbeeren und Spargel haben jetzt ihre Zeit

Waldmeister und Holunderblüten bescheren duftige Aromen, Erdbeeren und Spargel lassen sich als Klassiker genießen oder aber auch in neuem Gewand entdecken.

Hier sind einige Rezept-Ideen, die sich am besten unter freiem Himmel genießen lassen.

Ein wonniges Picknick im Garten mit Freunden ist bei steigenden Temperaturen wieder möglich und lädt zum Verweilen bis in den Abendstunden ein.

Maibowle mit Zitrone und Waldmeister

1 Bund Waldmeister

(getrocknet oder einige Stunden einfrieren, damit er sein Aroma entwickelt)

750 ml Zitronenlimonade naturtrüb

1 Bio-Zitrone

500 ml trockener Sekt mit oder ohne Alkohol

250 ml Mineralwasser

Zubereitung

Den Waldmeister in etwas Zitronenlimonade für einige Stunden ziehen lassen. Die Zitrone waschen und in Scheiben schneiden. Zusammen mit dem Waldmeister-Ansatz und den restlichen Zutaten in eine Karaffe oder ein Bowlengefäß geben. Kühl stellen und mit frischem Waldmeister dekoriert servieren.

Tipp

Wer keinen Waldmeister hat, kann auch Zitronenmelisse oder Gundermann nehmen.

Holunderblütengelee

Zutaten für 5-6 Gläser 220 ml

750 ml Apfelsaft
500 g Gelierzucker 2:1
10 ungewaschene Holunderblütendolden
Saft von 1 Zitrone

Zubereitung

Holunderblüten verlesen und die Blüten weitestgehend von den Stielen abzupfen. Apfelsaft und Holunderblüten in einem verschließbaren Gefäß (Ansatzglas) etwa zwei bis drei Tage gut durchziehen lassen.
Den Saft durch ein Sieb abseihen und den Zitronensaft zugeben, ggf. das Ganze wegen der Trübstoffe noch einmal durch einen Teefilter abseihen.

Saft und Gelierzucker in einen Kochtopf geben und die Masse zum Kochen bringen und einige Minuten sprudelnd kochen lassen. Nach einer Gelierprobe die Masse heiß in Schraubgläser füllen. Kurz vor dem Abfüllen können auch kleine Doldenspitzen mit ins Gelee gegeben werden.

Tipp

Das Gelee schmeckt toll zu selbstgemachtem Platz, lässt sich aber auch zum Abschmecken von Salatsaucen einsetzen.

Mini-Erdbeer-Joghurt-Sahne-Torte 

Zutaten für eine Springform mit 20 cm Durchmesser

Für den Teig

2 Eier Größe M

100 g Zucker

½ Päckchen Vanillezucker

50 g weiche Butter

75 g Weizenmehl

1 TL Backpulver

Für die Füllung

150 g frische Erdbeeren (püriert)

500 ml Naturjoghurt 3,8 %

Saft und Abrieb von ½ Bio-Zitrone

250 ml Sahne

6 EL Zucker

9 Blatt Gelatine oder 1,5 Päckchen gemahlene Gelatine

Für die Dekoration

5 Erdbeeren und Blüten der Saison

Zubereitung

Eier, Zucker, Vanillezucker und Butter schaumig schlagen, Backpulver und Mehl unterrühren. Den Teig in eine gefettete und mit etwas Grieß ausgestreute Springform geben

Den Teig bei 170 Grad Ober-Unterhitze backen. Auskühlen lassen. Aus der Springform nehmen, diese spülen. Den Tortenboden wieder einsetzen.

Die Gelatine in etwas Wasser einweichen und quellen lassen. Nach Packungsanweisung erwärmen und auflösen. Nicht kochen.

Den Naturjoghurt mit 6 EL Sahne süßen, den Zitronensaft und Abrieb sowie das Erdbeerpüree unterrühren. Die Sahne ebenfalls mit 6 EL Zucker süßen und steif schlagen.

Etwas Joghurtmasse zur aufgelösten, noch warmen Gelatine geben und dann die Gelatine-Joghurtmasse zur restlichen Joghurtmasse geben und zügig unterrühren. Nun die geschlagene Sahne unterheben.

Die Joghurt-Sahne-Masse auf den Tortenboden in der Springform geben und alles für 3-4 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.

Mit einem Messer den Rahmen etwas lösen und die Torte aus der Form nehmen. Die Torte mit Erdbeerhälften und Blüten der Saison dekorieren.

Tipp

Wer etwas Frühling auf die Torte zaubern möchte, gibt Blüten und Blättchen von Gundermann, Gänseblümchen oder Liebesbaum dazu. Auch Waldmeister-Blüten und Blättchen passen optimal zur Torten-Deko im Mai.

Quiche mit zweierlei Spargel und Schinken

Zutaten für eine Springform à 26 cm Durchmesser

Für den Teig

250 g Dinkelvollkornmehl

125 g Quark

100 ml Pflanzenöl

1 Ei

½ TL Salz

Für die Gemüseauflage

250  g weißer Spargel

250 g grüner Spargel

einige Spritzer Zitronensaft

3 Eier

125 g Quark

50 ml Sahne

Salz, Pfeffer, Muskat

125 g gekochter Schinken oder Schinkenbraten

125 g geriebener Käse nach Belieben

1 Bund gehackte Petersilie

Zubereitung

Den Spargel putzen, den weißen Spargel darüber hinaus schälen. In 3-4 cm lange Stücke schneiden und in etwas Salzwasser mit Zitrone kurz dünsten und abtropfen lassen.

Aus den Zutaten für den Teig einen Knetteig bereiten. Diesen kurz ruhen lassen und dann ausrollen. In eine gefettete Springform einpassen.

Für die Auflage die Eier mit dem Quark und der Sahne verschlagen und würzen. Die Petersilie hacken, den Schinken in feine Streifen schneiden und beides mit dem Käse zur Eier-Quarkmasse geben und verrühren.

Den Spargel auf dem Teig in der Form verteilen, nach Lust und Laune ein Muster legen. Die Füllung auf dem Teig verstreichen.

Die Quiche bei 180 Grad Celisus Ober-Unterhitze für 40-50 Minuten garen, bis sie goldbraun ist.

Tipp

Die Quiche lässt sich warm und kalt genießen. Dazu passt ein Salat.