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Gestreuselt – nicht gerührt

Rheinischer Ribbel

Im Rheinland ribbelt es auf dem Kuchen. Hier wird der Streuselkuchen nämlich „Ribbel“ oder „Riwwel“ genannt. Ribbeln meint „reiben“ oder mit den Händen oder Fingern zu Krümeln zerreiben. Und genau das macht einen guten Streusel aus. Er ist über und über bedeckt mit dem leckeren Zeug 😉…

Knusprige Teig-Knübbelchen als Kuchen-Topping

Runde, satte Teig-Knübbelchen, die auf Butter- und Obstkuchen schön knusprig gebacken werden, sind das Typische am Streusel. Damit sie nicht zu trocken sind, nimmt man viel Butter für die Saftigkeit. Zucker, Fett und Mehl werden für den Ribbel im Verhältnis 1:1:2 verknetet.

Hefeteig oder Knetteig

Für Obstblechkuchen ist Hefeteig der Klassiker schlechthin. Aber auch Knetteig kann als Unterlage für einen Streuselkuchen in Frage kommen. Ursprünglich soll der Streuselkuchen aus Schlesien stammen, in ganz Deutschland hat er allerdings Verbreitung gefunden. Im Rheinland ist er zudem der klassische Beerdigungskuchen und auch in den USA kennt man den streuseligen Hefekuchen als „Rivel Kuchen“. Deutsche und auch holländische Auswanderer haben das Rezept im Laufe des 19. Jahrhunderts mitgebracht. In Kochbüchern aus Pennsylvania findet man den Kuchen sehr häufig mit Knetteig, einer Füllung aus Melasse-Sirup und Streuseln. Oft wird er auch als „pebble dash pie“ bezeichnet, was übersetzt „Rauhputz Pastete“ bedeutet und an die kieselartigen Streusel erinnert. Zum Frühstück oder auch zum Kaffee am Nachmittag reicht man ihn bis heute gerne.

Mein Favorit – saftiger Kirschstreusel

Wer Lust auf einen Streuselkuchen bekommen hat, findet hier ein gelingsicheres Rezept für einen saftigen Kirschstreusel.

Zutaten für eine runde Auflauf- oder Springform (26-28 cm Durchmesser)

Für den Teig

250 g Mehl

1 Ei

40 g Zucker

20 g frische Hefe

125 ml lauwarme Milch

40 g weiche Butter

Für die Füllung

1 Glas Sauerkirschen (450 g)

2-3 EL Zucker

1 Päckchen Puddingpulver Vanillegeschmack

Für die Streusel

75 g Zucker

75 g Butter

150 g Mehl

Zubereitung

Aus den Zutaten für den Teig einen üblichen Hefeteig bereiten. Nach zweimaligem Gehen den Teig ausrollen und in die gefettete Backform legen, den Teig an den Rändern etwas hochziehen.

Den Saft der Sauerkirschen auffangen und mit dem Puddingpulver verrühren. Die Kirschen und den Saft dann im Kochtopf mit dem Zucker aufkochen, bis die Masse anzieht. Kurz abkühlen lassen und über den Hefeteig in der Form geben.

Die Butter in einem Topf schmelzen, dabei nicht zu heiß werden lassen. Dann den Zucker und das Mehl zugeben und mit den Händen schnell zu Streuseln verarbeiten.

Diese über die Kirschmasse auf dem Kuchen verteilen. Den Kuchen bei 190 Grad Celsius im vorgeheizten Backofen bei Ober-Unterhitze goldbraun backen. Nach etwa einer halben Stunden den Kuchen aus dem Ofen nehmen und noch warm oder kalt mit Vanille-Eis oder Sahne servieren.

Veröffentlicht von

redis

Ich schreibe und fotografiere zu genussvollen Themen. Von der Foto-Reportage über Rezept-Strecken bis hin zum Kochbuch. Als Food-Journalistin setze ich Kulinarisches in Szene - in Wort und Bild.