Gaumenkitzel „Weihnachtskartoffel“

Wie kommt Weihnachten am besten in die Kartoffel? – Gaumenkitzel am Tag der offenen Tür im „Vieux Sinzig“

Am ersten Advent stellten Wildkräuter-Spitzenkoch Jean-Marie Dumaine aus Sinzig und Kartoffelanbauer Wilfried Odenthal aus Erftstadt-Erp ihre Idee der „Weihnachtskartoffeln“ erstmals der Öffentlichkeit vor. Gewürzt mit Kreativität und Liebe zum guten Geschmack hatten sie ein Jahr lang unter Mitwirkung von Food-Journalistin und Kochbuchautorin Ira Schneider verschiedene Ansätze zum Aromatisieren von Kartoffeln verfolgt und in Blindverkostungen bewertet.

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Man nehme einen Koch und einen Kartoffelanbauer mit einer Idee, dazu Fichtenspitzen aus einem Tannenwald in der Eifel und etwas Zeit – und voilà: herausgekommen sind die einzigartigen Weihnachtskartoffeln. (Fotos: Ira Schneider, www.die-fotokueche.de)

Sorte „Belana“ hat überzeugt

„Die Brätlinge der Sorte ‚Belana‘ schmecken nach Eifel-Fichte. Wir haben sie über mehrere Wochen zusammen mit Fichtenspitzen im Lager reifen lassen“, so die beiden Kreativ-Arbeiter über ihre Kooperation. Die relativ junge Sorte „Belana“ von Kartoffelanbauer Wilfried Odenthal hatte sich eindeutig neben anderen neuen und auch alten Sorten unterschiedlicher Herkunft in Parallelverkostungen durchgesetzt. „Reizvoll fanden wir am Anfang die Vorstellung, alte Kartoffelsorten wie Rosa Tannenzapfen oder Bamberger Hörnla mit Natur-Düften zu versehen. Es kommt hier jedoch zu einer Kannibalisierung der Aromen – weil die alten Sorten einen zu charakteristischen, erdigen Eigengeschmack haben“, so Dumaine über die Erfahrungen des Experiments. Dass jede Kartoffel nach einiger Zeit im Lager noch einmal anders schmeckt als frisch vom Feld, wissen die wenigsten. „Die Sorte Belana wächst bei uns in der Zülpicher Börde mit geringen Niederschlägen auf den dort typischen Lössböden und kann dadurch einen runden Geschmack bei optimaler Stärke-Einlagerung entwickeln. Sie hat ein tiefgelbes Fruchfleisch mit einem schmelzig-cremigen Aroma. Das Lagern zusammen mit den Fichtenspitzen verleiht ihr eine angenehme, leicht kräutrige Note – die sie als Pell- oder Schwenkkartoffel auch nach dem Kochen behält“, so Odenthal – der seit über 20 Jahren auf Kartoffelanbau spezialisiert ist.

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Weihnachtskartoffel-Premiere zum ersten Advent

Die Kartoffeln mit dem Weihnachtsgeschmack hatten ihre Premiere beim Event „Gaumenkitzel“, zu dem Jean-Marie Dumaine jedes Jahr am ersten Advent Gäste und Freunde des „Vieux Sinzig“ einlädt. An diesem Tag werden alle Gläser der Gourmet-Manufaktur zum Probieren geöffnet und ein mehrgängiges Fingerfood-Menü erwartet die Gäste in der Gourmet-Ecke der Küche, wo sie den Köchen bei der Arbeit über die Schulter schauen können. Neben französischer Zwiebelsuppe und anderen Köstlichkeiten aus der kreativen Ader von Jean-Marie Dumaine konnten Gäste direkt vor Ort auch die in Fichtenspitzen gereiften Kartoffeln als Pellkartoffel mit Gänserillette probieren und im Geschenkkarton mit roter Schleife erwerben.

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Ein Stück Wald auf dem Teller

„Eine tolle Idee“, war die Resonanz vieler Gäste. Als Beilage zu Gänsebraten oder Ente oder auch als ausgefallenes Weihnachtgeschenk kommen die besonderen Knollen gerade recht. Wer noch Weihnachtskartoffeln haben möchte, kann sie – solange der Vorrat reicht – im Shop der Gourmetmanufaktur des „Vieux Sinzig“ erwerben. Darüber hinaus kann man sich auch mit „Tannenspitzen in Essig“, „Waldpilz-Pulver“ oder „Mispel-Ketchup“ aus Dumaines Manufaktur zum Fest ein Stück Wald auf den Teller zaubern.

Rezept-Tipp „Weihnachtskartoffeln“ von Jean-Marie Dumaine

Jean-Marie Dumaine empfiehlt, die Weihnachtskartoffeln samt einiger Fichtenspitzen gut zu reinigen und mit einem Hauch Knoblauchzehe, einem Schuss Weißwein sowie einigen Wacholderbeeren und einem guten Olivenöl in der Schale zu garen. Mit Gänserillette und eingelegten Tannenspitzen sind sie eine optimale Vorspeise fürs Weihnachtsmenü.

 

 

Tierische Spitzbuben

Willkommen in meiner Plätzchen-Backwerkstatt!

Spitzbuben, Zimtsterne oder bunte Figuren aus Mürbeteig zählen zu den Klassikern auf dem Weihnachtsteller. In meiner Plätzchen-Werkstatt stelle ich Euch die kleinen Kekskunstwerke mit gelingsicheren Rezepten vor.

Los geht’s! Hier kommen die Rezepte:

Spitzbuben

Zutaten

200 g weiche Butter
100 g Puderzucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Ei
100 g geschälte gemahlene Mandeln
200 g Mehl
Puderzucker zum Bestäuben
100 g Himbeer- oder Johannisbeergelee
1 TL Himbeergeist, Orangenlikör oder Zitronensaft
Mehl für die Arbeitsplatte

Zubereitung

Die Butter mit Puderzucker, Vanillezucker und dem Ei schaumig schlagen. Mit Mandeln und Mehl rasch zu einem glatten Teig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und eine gute Stunde kühl stellen.
Den Teig auf bemehlter Arbeitsfläche rund  3 mm dick ausrollen und Kreise (3-4 cm Ø) ausstechen. Bei der Hälfte der Kreise kleine Herzen, Sterne oder Ringe ausstechen und auf das Blech legen.
Die Plätzchen im vorgeheizten Ofen bei 175 Grad Celsius (Ober-/Unterhitze, Umluft 160 Grad Celsius) in 8-10 Minuten auf der mittleren Schiene hellgelb backen.
Die Oberhälften der Plätzchen (die mit dem ausgestochenem Motiv) mit Puderzucker bestäuben und beiseite stellen. Himbeergelee und Himbeergeist kurz aufkochen und verrühren, die ganzen Kreise damit bestreichen. Die Oberhälften der Plätzchen aufsetzen und antrocknen lassen. Mit Pergamentpapier in eine Dose einschichten und kühl aufbewahren.

Tipp

Ein besonderer Hingucker sind Spitzbuben mit Tiergesichtern. Im Handel gibt es Plätzchenausstecher, die Elch- oder Hirschköpfe darstellen. Wer den folgenden Mürbeteig als Schokoladen-Mürbeteig bereitet, hat im Handumdrehen zusätzlich Schoko-Elche für den Plätzchenteller.

Mürbeteigfiguren aus Dinkelmehl8B7A4964 2 elch cookies

Zutaten

300 g Dinkelfeinmehl
200 g Butter
100 g Zucker
1 Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Ei

für Schokoladen-Mürbeteig zusätzlich 2-3 EL entölter Kakao und 2-3 EL Zucker

Zum Verzieren der Figuren

Hagelzucker, Pistazienkerne, Streudekor aus Zucker, Zuckerguss oder Schokoladen-Kuvertüre

Zubereitung

Die kalte Butter in Stückchen schneiden und mit den übrigen Zutaten schnell verkneten, solange bis eine homogene Masse entsteht. Den Teig etwas ruhen lassen und kalt stellen. Den Teig dann 2 bis 3 mm dick auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit dem Nudelholz ausrollen. Mit Plätzchenausstechern Motive aus dem Teig ausstechen und die Plätzchen auf mit Backpapier ausgekleidete Backbleche legen. Die Plätzchen mit einem Pinsel und Wasser etwas bestreichen. Dann Hagelzucker und Pistazienkerne aufstreuen und bei 160 Grad Umluft gut 10-12 Minuten (je nach Größe und Dicke der Figuren) backen. Die abgekühlten Plätzchen nach Lust und Laune mit Zuckerguss, Schokolade und Streudekor verzieren.

Tipp

Wer mag kann auch noch etwas Zimt, Spekulatiusgewürz oder Anis mit in den hellen Teig geben! Im dunklen Teig schmeckt nur eine Prise Zimt am besten.

Gut zu wissen

Wenn sich der Teig einmal nicht so glatt kneten lässt, einfach ein bis zwei EL warmes Wasser zugeben.

Zimtsterne

Zutaten

4 Eiweiß Größe M
1 Msp. Salz
375 g Puderzucker
1 EL Ceylon-Zimt
1 Päckchen Vanillezucker
600 g ungeschälte geriebene Mandeln

Zubereitung

Das Eiweiß mit dem Salz und dem Puderzucker zu einer steifen Eiweißglasur schlagen. Ein Drittel von der Masse abnehmen und für die Verzierung der Plätzchen beiseite stellen. Die übrigen Zutaten mit der Hand unter die Eiweiß-Zucker-Masse kneten und zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig im Kühlschrank etwas ruhen lassen. Den Teig dann etwa 8-10 mm dick ausrollen und Sterne ausstechen. Diese auf ein Backblech mit Backpapier legen und mit der restlichen Eiweiß-Zucker-Glasur bestreichen. Bei 150 Grad Celsius (Ober-/Unterhitze) ca. 10-12 Min. lang backen, bis die Eiweiß-Zucker-Masse an den Rändern leicht gelb wird.

Gut zu wissen

Der etwas teurere Ceylon-Zimt enthält im Schnitt etwas weniger Cumarin als der Cassia-Zimt. Außerdem schmeckt er etwas feiner. Zimt-Liebhaber sollten dennoch vorsichtig sein und die Plätzchenmenge wohl dosiert genießen, denn zuviel Cumarin schadet der Gesundheit, wie der aid-infodienst informiert.